Was w√§re, wenn St√§dte gut f√ľr das Klima w√§ren?

‚ÄúTech¬≠no¬≠lo¬≠gie darf kein Selbst¬≠zweck sein‚ÄĚ

Intel¬≠li¬≠gent, digi¬≠tal, nach¬≠hal¬≠tig: Wien gilt mit sei¬≠ner Smart-City-Stra¬≠te¬≠gie als Vor¬≠bild. Wir haben mit Pla¬≠nungs¬≠di¬≠rek¬≠tor Tho¬≠mas Madrei¬≠ter √ľber die Stadt von mor¬≠gen gesprochen.

Der Wiener Prater bei Nacht. "Man muss nicht alles ein­bau­en, was piept, blinkt und zusätz­lich Strom verbraucht", sagt Planungsdirektor Thomas Madreiter. [Foto: Robin Jacob]

Wien ist die lebens¬≠wer¬≠tes¬≠te Stadt der Welt. Das zumin¬≠dest behaup¬≠tet das bri¬≠ti¬≠sche Maga¬≠zin The Eco¬≠no¬≠mist, das Anfang Sep¬≠tem¬≠ber sein j√§hr¬≠li¬≠ches Ran¬≠king ver¬≠√∂f¬≠fent¬≠licht hat. Bereits 2018 lan¬≠de¬≠te die √∂ster¬≠rei¬≠chi¬≠sche Haupt¬≠stadt auf Platz 1 im Index der Eco¬≠no¬≠mist Intel¬≠li¬≠gence Unit (EIU). Was also hat Wien, was ande¬≠re St√§d¬≠te nicht haben? Die Ant¬≠wort lau¬≠tet: (unter ande¬≠rem) eine Smart-City-Stra¬≠te¬≠gie.

‚Äč‚ÄúSmart City Wien hat sich der kon¬≠se¬≠quen¬≠ten und kon¬≠ti¬≠nu¬≠ier¬≠li¬≠chen Moder¬≠ni¬≠sie¬≠rung der Stadt ver¬≠schrie¬≠ben, um Ener¬≠gie¬≠ver¬≠brauch und Emis¬≠sio¬≠nen signi¬≠fi¬≠kant zu sen¬≠ken, ohne dabei auf Kon¬≠sum oder Mobi¬≠li¬≠t√§t ver¬≠zich¬≠ten zu m√ľs¬≠sen‚ÄĚ, steht auf der Pro¬≠jekt-Web¬≠site. Kon¬≠kret geht es um das Sam¬≠meln und Ver¬≠ar¬≠bei¬≠ten von Daten, die im √∂ffent¬≠li¬≠chen Raum erho¬≠ben wer¬≠den. St√§d¬≠te bekom¬≠men eine ‚Äč‚Äúdigi¬≠ta¬≠le Haut‚ÄĚ, die aus einer per¬≠ma¬≠nent von Sen¬≠so¬≠ren abge¬≠tas¬≠te¬≠ten und gemes¬≠se¬≠nen st√§d¬≠ti¬≠schen Umwelt besteht. Ver¬≠ant¬≠wort¬≠lich f√ľr die Smart City ist Tho¬≠mas Madrei¬≠ter, Pla¬≠nungs¬≠di¬≠rek¬≠tor der Stadt Wien.

Herr Madrei¬≠ter, wenn ich mir Ihre Web¬≠site zur Smart City anse¬≠he, bie¬≠tet sie auch ein bun¬≠tes Feld an Pro¬≠jek¬≠ten zur Ver¬≠wen¬≠dung von Mehr¬≠weg¬≠be¬≠chern, nach¬≠hal¬≠ti¬≠ger Fisch¬≠zucht in der Stadt, Gr√ľn¬≠fas¬≠sa¬≠den, die eher weni¬≠ger mit der Ver¬≠ar¬≠bei¬≠tung von Daten zu tun haben. Wie sieht Ihre Visi¬≠on von der ‚Äč‚Äúsmar¬≠ten‚ÄĚ Stadt Wien aus? Was bedeu¬≠tet smart in die¬≠sem Zusam¬≠men¬≠hang f√ľr Sie?

Tho¬≠mas Madrei¬≠ter ist Pla¬≠nungs¬≠di¬≠rek¬≠tor der Stadt Wien und dort unter ande¬≠rem f√ľr die Umset¬≠zung der ‚Äč‚ÄúSmart City Stra¬≠te¬≠gie‚ÄĚ zust√§n¬≠dig. Der gelern¬≠te Raum¬≠pla¬≠ner war zuvor in ver¬≠schie¬≠de¬≠nen Posi¬≠tio¬≠nen der Stadt¬≠ver¬≠wal¬≠tung und an der Tech¬≠ni¬≠schen Uni¬≠ver¬≠si¬≠t√§t Wien t√§tig. 

Tho¬≠mas Madrei¬≠ter: Ich bin sehr oft mit die¬≠ser Fra¬≠ge kon¬≠fron¬≠tiert. Es gibt ja kei¬≠ne welt¬≠weit g√ľl¬≠ti¬≠ge Defi¬≠ni¬≠ti¬≠on f√ľr ‚Äč‚ÄúSmart City‚ÄĚ. Wir haben uns die Fra¬≠ge gestellt, in wel¬≠cher Stadt wol¬≠len wir in Zukunft leben? Wien legt sehr viel Wert dar¬≠auf, eine sozi¬≠al sen¬≠si¬≠ble Stadt zu sein, begin¬≠nend mit dem sozia¬≠len Wohn¬≠bau des Roten Wien vor rund hun¬≠dert Jah¬≠ren, aber auch zahl¬≠rei¬≠chen ande¬≠ren Ma√ü¬≠nah¬≠men. Wien hat gelernt, dass Ver¬≠√§n¬≠de¬≠rungs¬≠pro¬≠zes¬≠se in Wahr¬≠heit in ers¬≠ter Linie sozia¬≠le Pro¬≠zes¬≠se sind. Der Begriff ‚Äč‚ÄúSmart City‚ÄĚ setzt sich aus zwei Kom¬≠po¬≠nen¬≠ten zusam¬≠men: Smart und City. Und Stadt ist in unse¬≠rem Ver¬≠st√§nd¬≠nis nicht Hard¬≠ware son¬≠dern ein sozia¬≠les Sys¬≠tem ‚Äď und aus die¬≠sem Ver¬≠st√§nd¬≠nis her¬≠aus wur¬≠de im Jahr 2014 die Erst¬≠auf¬≠la¬≠ge unse¬≠rer Stra¬≠te¬≠gie defi¬≠niert, die sich im Wesent¬≠li¬≠chen auf drei S√§u¬≠len st√ľtzt: eine radi¬≠ka¬≠le Res¬≠sour¬≠cen¬≠scho¬≠nung, Tech¬≠no¬≠lo¬≠gie¬≠for¬≠schung und ‚Äďbil¬≠dung, sowie die Lebens¬≠qua¬≠li¬≠t√§t und die sozia¬≠len Stan¬≠dards in der Stadt. Wir m√∂ch¬≠ten das gleich¬≠ran¬≠gig betrach¬≠ten. Fu√üend auf die¬≠sem Ziel¬≠ka¬≠non soll unse¬≠re Smart City-Stra¬≠te¬≠gie klu¬≠ges, stra¬≠te¬≠gi¬≠sches Han¬≠deln erm√∂glichen.

Hei√üt das, weni¬≠ger Tech¬≠nik ist manch¬≠mal mehr?

Es geht nicht um die Fra¬≠ge: Tech¬≠no¬≠lo¬≠gie,‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČja oder nein. Aber wenn man sich diver¬≠se inter¬≠na¬≠tio¬≠na¬≠le Smart-City-Bei¬≠spie¬≠le ansieht, habe ich schon den Ein¬≠druck, dass hier man¬≠ches Mal Tech¬≠no¬≠lo¬≠gie zum Selbst¬≠zweck ver¬≠kommt. Das Ziel vom Smart City Wien ist, bis 2050 den CO2-Aus¬≠sto√ü um 80 Pro¬≠zent zu redu¬≠zie¬≠ren, also fak¬≠tisch aus √Ėl und Gas aus¬≠zu¬≠stei¬≠gen. Selbst¬≠ver¬≠st√§nd¬≠lich wird klu¬≠ges lang¬≠fris¬≠ti¬≠ges Han¬≠deln tech¬≠no¬≠lo¬≠gi¬≠sche M√∂g¬≠lich¬≠kei¬≠ten nut¬≠zen. Aber schaf¬≠fen wer¬≠den wir es nur mit den Menschen. 

Sie haben die radi¬≠ka¬≠len Zie¬≠le zur Ein¬≠spa¬≠rung √∂ko¬≠lo¬≠gi¬≠scher Res¬≠sour¬≠cen genannt, aber wenn ich das rich¬≠tig sehe gibt es kei¬≠ne abso¬≠lu¬≠ten Ziele?

Wir ori¬≠en¬≠tie¬≠ren uns an Pro-Kopf-Zie¬≠len. Wien ist in den letz¬≠ten 30 Jah¬≠ren um 400.000 Per¬≠so¬≠nen gewach¬≠sen. Wir haben jetzt rund 1,9 Mil¬≠lio¬≠nen Ein¬≠woh¬≠ner. Es macht aus unse¬≠rer Sicht abso¬≠lut Sinn, das auf Pro-Kopf-Wer¬≠te umzu¬≠rech¬≠nen, um hier zu aus¬≠sa¬≠ge¬≠kr√§f¬≠ti¬≠gen Wer¬≠ten zu kom¬≠men. Es gibt ja St√§d¬≠te, die mas¬≠siv Bev√∂l¬≠ke¬≠rung ver¬≠lie¬≠ren; die m√ľss¬≠ten √ľber¬≠haupt nichts machen und w√ľr¬≠den trotz¬≠dem abso¬≠lut betrach¬≠tet gute Wer¬≠te erzie¬≠len. Das ist ja absurd.

Man k√∂nn¬≠te auch hin¬≠ter¬≠fra¬≠gen, wie lan¬≠ge eine Stadt √ľber¬≠haupt wach¬≠sen kann und darf. Ist da nicht irgend¬≠wann ein Punkt erreicht, an dem man sagen muss, dass wir auf dem uns ver¬≠f√ľg¬≠ba¬≠ren Platz kein kli¬≠ma¬≠freund¬≠li¬≠ches Stadt¬≠le¬≠ben und Wirt¬≠schaf¬≠ten erm√∂g¬≠li¬≠chen k√∂nnen? 

Da bin ich bei der Fra¬≠ge der opti¬≠ma¬≠len Gr√∂¬≠√üe von St√§d¬≠ten √§u√üerst skep¬≠tisch. Es gibt gut orga¬≠ni¬≠sier¬≠te oder schlecht orga¬≠ni¬≠sier¬≠te St√§d¬≠ten. Das hat typi¬≠scher¬≠wei¬≠se wenig damit zu tun, ob sie 500.000 Ein¬≠woh¬≠ner, eine Mil¬≠li¬≠on oder zwei Mil¬≠lio¬≠nen Ein¬≠woh¬≠ner haben. Ich rede jetzt bewusst nicht von Mega-Citys, son¬≠dern von mit¬≠tel¬≠eu¬≠ro¬≠p√§i¬≠schen Dimen¬≠sio¬≠nen wie Wien oder Ber¬≠lin. Als Stadt¬≠pla¬≠ner geht es mir auch um das Prin¬≠zip einer offe¬≠nen Stadt. √úber die Hin¬≠ter¬≠t√ľr des Kli¬≠ma- und Res¬≠sour¬≠cen¬≠schut¬≠zes ‚Äč‚Äúdie Roll¬≠la¬≠den dicht‚ÄĚ zu machen, hal¬≠te ich f√ľr mehr als kon¬≠tra¬≠pro¬≠duk¬≠tiv. Im √úbri¬≠gen haben bei The¬≠men wie Land- und Ener¬≠gie¬≠ver¬≠brauch Sied¬≠lungs¬≠for¬≠men im st√§d¬≠ti¬≠schen Bereich abso¬≠lut das Poten¬≠zi¬≠al die nach¬≠hal¬≠ti¬≠ge¬≠ren For¬≠men zu sein als jene im l√§nd¬≠li¬≠chen Bereich. Das soll jetzt nat√ľr¬≠lich nicht hei¬≠√üen, dass alle Men¬≠schen in Gro√ü¬≠st√§d¬≠ten leben m√ľs¬≠sen. Aber st√§d¬≠ti¬≠sche Sied¬≠lungs- und Arbeits¬≠for¬≠men erlau¬≠ben die M√∂g¬≠lich¬≠keit eines effi¬≠zi¬≠en¬≠ten √ĖPNV oder Fernw√§rmel√∂sungen. 

Danie¬≠la Becker arbei¬≠tet als freie Jour¬≠na¬≠lis¬≠tin in M√ľn¬≠chen. Die stu¬≠dier¬≠te Umwelt¬≠wis¬≠sen¬≠schaft¬≠le¬≠rin ist Mit¬≠glied der Riff¬≠Re¬≠por¬≠ter, kura¬≠tiert auf piqd‚Äč.de und schreibt unter ande¬≠rem f√ľr das Maga¬≠zin enorm √ľber Klimaschutz.

‚ÄúK√ľr ist die sozia¬≠le Implementierung‚ÄĚ

Sie haben eben gesagt, dass ‚Äč‚Äúwir das nur mit den Men¬≠schen schaf¬≠fen‚ÄĚ. Wie mei¬≠nen Sie das?

Ich will zwei Bei¬≠spiel brin¬≠gen: Wir hat¬≠ten eine Dele¬≠ga¬≠ti¬≠on aus den Ver¬≠ei¬≠nig¬≠ten Ara¬≠bi¬≠schen Emi¬≠ra¬≠ten zu Besuch. Im Zuge der Pr√§¬≠sen¬≠ta¬≠ti¬≠on des √ĖPNV hat dann ein Dele¬≠gier¬≠ter sehr rasch gesagt, dass sie sel¬≠ber wis¬≠sen, wie man eine U‚ÄĎBahn baut und das viel¬≠leicht sogar schnel¬≠ler k√∂n¬≠nen als wir. Was die inter¬≠es¬≠siert hat, war, wie Wien es schafft, dass von Minis¬≠tern, Stadt¬≠r√§¬≠ten, Mana¬≠gern abw√§rts alle die U‚ÄĎBahn benut¬≠zen? Die¬≠se Fra¬≠ge wird sich nicht mit einer opti¬≠mal, weil sen¬≠sor¬≠ge¬≠steur¬≠ten fah¬≠rer¬≠lo¬≠sen U‚ÄĎBahn beant¬≠wor¬≠ten las¬≠sen. Der effi¬≠zi¬≠en¬≠te Betrieb ist die Pflicht; die K√ľr ist die sozia¬≠le Implementierung.

Wir haben in Wien auch kei¬≠ne neue Form der Abfall¬≠wirt¬≠schaft erfun¬≠den, aber einen neu¬≠en sozia¬≠len Zugang eta¬≠bliert. Es geht nicht dar¬≠um, ob ich einen Abfall¬≠ei¬≠mer habe, der √ľber einen Sen¬≠sor ver¬≠f√ľgt und der Abfall¬≠be¬≠sei¬≠ti¬≠gung mit¬≠teilt, dass er voll ist. Unse¬≠re Her¬≠aus¬≠for¬≠de¬≠rung ist es, einen gesell¬≠schaft¬≠li¬≠chen Kon¬≠sens dar¬≠√ľber zu erzie¬≠len, wie ich mit dem Abfall umge¬≠he. Dazu haben wir seit etwa 20 Jah¬≠ren Mist¬≠fes¬≠te, ein Mist¬≠te¬≠le¬≠fon und eige¬≠ne Pro¬≠gram¬≠me an Schu¬≠len, mit denen wir ver¬≠su¬≠chen, die¬≠sen Kon¬≠sens auch bei einem star¬≠ken Zuzug von Bev√∂l¬≠ke¬≠rungs¬≠grup¬≠pen mit sehr unter¬≠schied¬≠li¬≠chen Erfah¬≠rungs¬≠ho¬≠ri¬≠zon¬≠ten zu halten.

Nut¬≠zen sie denn sen¬≠sor¬≠ge¬≠steu¬≠er¬≠te Abfallk√ľbel? 

Nein. Wir haben der¬≠art kur¬≠ze Ent¬≠lee¬≠rungs¬≠zeit¬≠r√§u¬≠me, dass wir sowas ein¬≠fach nicht brau¬≠chen. Wir tes¬≠ten aber als ers¬≠te Stadt √Ėster¬≠reichs ein voll¬≠elek¬≠tri¬≠sches M√ľllsammelfahrzeug.

Wie l√§sst sich denn ent¬≠schei¬≠den, was sinn¬≠vol¬≠le Nut¬≠zung von Tech¬≠no¬≠lo¬≠gie ist und was nicht?

Unse¬≠re Smart-City-Stra¬≠te¬≠gie ist sehr ope¬≠ra¬≠tiv gehal¬≠ten. Sie ent¬≠h√§lt √ľber 140 pr√§¬≠zi¬≠se gefass¬≠te Zie¬≠le, die uns rela¬≠tiv ein¬≠fach erm√∂g¬≠li¬≠chen zu pr√ľ¬≠fen, ob Ma√ü¬≠nah¬≠men tat¬≠s√§ch¬≠lich eine L√∂sung im Sin¬≠ne unse¬≠res Ziel¬≠ka¬≠nons sind. Sehr oft stel¬≠len wir dann fest, dass es sich viel¬≠leicht um inter¬≠es¬≠san¬≠te tech¬≠ni¬≠sche Gad¬≠gets han¬≠delt, die aber f√ľr die Errei¬≠chung unse¬≠rer Zie¬≠le von sekun¬≠d√§¬≠rer Bedeu¬≠tung sind.

Was w√§re f√ľr Sie ein Bei¬≠spiel f√ľr ein sinn¬≠lo¬≠ses Gadget? 

Es gibt vie¬≠le Ide¬≠en, um den Ver¬≠kehrs¬≠fluss von Autos und die Park¬≠platz¬≠si¬≠tua¬≠ti¬≠on zu opti¬≠mie¬≠ren, zum Bei¬≠spiel in dem unter jedem poten¬≠zi¬≠el¬≠len Stell¬≠platz einen Sen¬≠sor ein¬≠ge¬≠baut wird. Das ist sicher eine gran¬≠dio¬≠se Idee, ins¬≠be¬≠son¬≠de¬≠re f√ľr jene, die die¬≠se Tech¬≠no¬≠lo¬≠gie ver¬≠kau¬≠fen. Wir haben uns das ange¬≠schaut und fest¬≠ge¬≠stellt, dass brau¬≠chen wir nicht. Die Wie¬≠ne¬≠rI¬≠in¬≠nen sind bereits jetzt sehr
intel­li­gent in der Stadt unter­wegs. Der Groß­teil nutzt die öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­tel, das Rad oder
geht zu Fu√ü. Man muss nicht alles ein¬≠bau¬≠en, was piept, blinkt und zus√§tz¬≠lich Strom verbraucht. 

‚ÄúWir fra¬≠gen ab, was Erwar¬≠tung und √Ąngs¬≠te sind‚ÄĚ

Ihre Rah¬≠menstra¬≠te¬≠gie betont, dass von der Digi¬≠ta¬≠li¬≠sie¬≠rung m√∂g¬≠lichst alle pro¬≠fi¬≠tie¬≠ren sol¬≠len und Par¬≠ti¬≠zi¬≠pa¬≠ti¬≠on der B√ľrger*innen wich¬≠tig ist. Die Spann¬≠wei¬≠te, wie sehr Leu¬≠te in digi¬≠ta¬≠len The¬≠men drin sind, ist ja sehr gro√ü. Wie ist es √ľber¬≠haupt m√∂g¬≠lich, B√ľrger*innen in so einem Bereich par¬≠ti¬≠zi¬≠pie¬≠ren zu lassen?

Bei der Abfas¬≠sung von Stra¬≠te¬≠gie¬≠do¬≠ku¬≠men¬≠ten ist es sicher schwie¬≠ri¬≠ger, an die B√ľrger*innen ran¬≠zu¬≠kom¬≠men, als bei der Fra¬≠ge wie der Platz vor dem eige¬≠nen Haus gestal¬≠tet wer¬≠den soll. Wir arbei¬≠ten aber auch hier mit Sys¬≠te¬≠men wo wir etwa Doku¬≠men¬≠ten oder Pas¬≠sa¬≠gen dar¬≠aus im Web zur Dis¬≠kus¬≠si¬≠on stellen. 

Wie ist da das Feedback?

Qua¬≠li¬≠ta¬≠tiv hoch¬≠wer¬≠tig, aber vom Aus¬≠ma√ü her √ľber¬≠schau¬≠bar und eher auf eine Fach¬≠com¬≠mu¬≠ni¬≠ty beschr√§nkt. Das fin¬≠de ich aber nicht negativ.

Was sind wei­te­re Bei­spie­le der Partizipationsgestaltung?

Wir haben zum Bei¬≠spiel vor Kur¬≠zem ein umfang¬≠rei¬≠ches Forum abge¬≠hal¬≠ten, wo wir B√ľrger*innen in einem sehr fr√ľ¬≠hen Sta¬≠di¬≠um zur The¬≠ma¬≠tik des auto¬≠ma¬≠ti¬≠sier¬≠ten Fah¬≠rens infor¬≠mie¬≠ren und abfra¬≠gen, was hier Erwar¬≠tungs¬≠hal¬≠tun¬≠gen und √Ąngs¬≠te sind. Und dann ach¬≠ten wir ganz inten¬≠siv auf der Pro¬≠jekt- bezie¬≠hungs¬≠wei¬≠se Teil¬≠stra¬≠te¬≠gie¬≠ebe¬≠ne auf die Ein¬≠be¬≠zie¬≠hung der B√ľrger*innen, wie zum Bei¬≠spiel die Initia¬≠ti¬≠ve Aspern Smart City Rese¬≠arch.

Dort wur¬≠den ein Wohn¬≠ge¬≠b√§u¬≠de, ein Wohn¬≠heim f√ľr Stu¬≠die¬≠ren¬≠de und ein Bil¬≠dungs¬≠cam¬≠pus mit Pho¬≠to¬≠vol¬≠ta¬≠ik, Solar¬≠ther¬≠mie, Hybrid¬≠an¬≠la¬≠gen, W√§r¬≠me¬≠pum¬≠pen sowie ver¬≠schie¬≠de¬≠nen ther¬≠mi¬≠schen und elek¬≠tri¬≠schen Spei¬≠chern, intel¬≠li¬≠gen¬≠ten Mate¬≠ria¬≠li¬≠en, Haus¬≠tech¬≠nik und IT aus¬≠ge¬≠stat¬≠tet. Wie funk¬≠tio¬≠niert dort der Ein¬≠be¬≠zug von Menschen?

Techniker*innen ver¬≠lie¬≠ben sich gern in ihre Model¬≠le und blen¬≠den dabei sehr oft die st√∂¬≠ren¬≠den real exis¬≠tie¬≠ren¬≠den Nutzer*innen aus. Ich darf das sagen, ich bin sel¬≠ber einer. Wenn wir aber ech¬≠te Ver¬≠√§n¬≠de¬≠rung schaf¬≠fen wol¬≠len, wer¬≠den wir uns mit den Men¬≠schen aus¬≠ein¬≠an¬≠der¬≠set¬≠zen m√ľs¬≠sen. Das sind sehr unter¬≠schied¬≠li¬≠che Fra¬≠ge¬≠stel¬≠lun¬≠gen, wel¬≠che Ener¬≠gie¬≠ein¬≠spa¬≠rung rein abs¬≠trakt ein tech¬≠ni¬≠sches Sys¬≠tem im Geb√§u¬≠de erm√∂g¬≠licht und was der Nut¬≠zer annimmt, was er ablehnt, was er wie nutzt und was ihm zu kom¬≠plex ist. Wir for¬≠schen sozu¬≠sa¬≠gen an einer b√ľrger*innenorientierten Usability. 

Intel­li­gen­te Ampeln, Beschwerde-Apps

Bei Smart-Home-Anwen¬≠dun¬≠gen wird ja oft fest¬≠ge¬≠stellt, dass sie zwar das Leben kom¬≠for¬≠ta¬≠bler machen, aber mit¬≠nich¬≠ten zu einer Reduk¬≠ti¬≠on des Ener¬≠gie¬≠ver¬≠brauchs f√ľh¬≠ren. Wie wirkt man dem entgegen?

Auch hier geht es um Akzep¬≠tanz¬≠for¬≠schung und Sozia¬≠le Imple¬≠men¬≠tie¬≠rungs¬≠for¬≠schung. Es hilft nichts, wenn die Tech¬≠nik sagt, heu¬≠te lan¬≠gen dir 20 Grad Raum¬≠tem¬≠pe¬≠ra¬≠tur, aber bei mir ist eine Grip¬≠pe im Anmarsch und ich m√∂ch¬≠te lie¬≠ber 24 Grad haben. Sol¬≠che Tech¬≠nik ist sozi¬≠al inkom¬≠pa¬≠ti¬≠bel. Aus die¬≠sem Bewusst¬≠sein her¬≠aus gilt es Model¬≠le zu ent¬≠wi¬≠ckeln, die bei¬≠de Ziel¬≠set¬≠zun¬≠gen ver¬≠ei¬≠nen. Das l√§sst sich bei¬≠spiels¬≠wei¬≠se √∂ko¬≠no¬≠misch l√∂sen, indem ich den Nutzer*innen unter¬≠schied¬≠li¬≠che Tarif¬≠mo¬≠del¬≠le anbie¬≠te. Oder man kann den Nutzer*innen anbie¬≠ten, dass sie das Sys¬≠tem √ľber¬≠steu¬≠ern d√ľr¬≠fen, wenn sie daf√ľr etwas mehr bezah¬≠len. Wir ver¬≠su¬≠chen in der Fra¬≠ge nach der sozia¬≠len Akzep¬≠tanz einen Schritt wei¬≠ter¬≠zu¬≠ge¬≠hen, also nicht nur die Fra¬≠ge zu stel¬≠len, was tech¬≠ni¬≠sche Sys¬≠te¬≠me abs¬≠trakt theo¬≠re¬≠tisch erm√∂g¬≠li¬≠chen, son¬≠dern wel¬≠che Effek¬≠te und Kon¬≠se¬≠quen¬≠zen sie in einem real exis¬≠tie¬≠ren¬≠den sozia¬≠len Umfeld ver¬≠mut¬≠lich zei¬≠gen wer¬≠den. Und wie ich im Bewusst¬≠sein die¬≠ser Kon¬≠se¬≠quen¬≠zen das Sys¬≠tem opti¬≠mie¬≠re oder gege¬≠be¬≠nen¬≠falls nachsteuere. 

Was f√ľr ‚Äč‚Äúsmar¬≠te‚ÄĚ Tech¬≠no¬≠lo¬≠gie nutzt Wien im Bereich der Mobilit√§t?

Ein Bei¬≠spiel ist ein Pro¬≠jekt der TU Graz, das smar¬≠te Ampeln tes¬≠tet, die Fu√üg√§nger*innen erken¬≠nen und Rot- und Gr√ľn¬≠pha¬≠sen ent¬≠spre¬≠chend schal¬≠ten. Au√üer¬≠dem reagie¬≠ren die smar¬≠ten Ampeln auch auf den Ver¬≠kehrs¬≠fluss. Ein wei¬≠te¬≠res Bei¬≠spiel ist Fein¬≠steue¬≠rung im Bereich der U‚ÄĎBahn. Moder¬≠ne U‚ÄĎBahn-Sys¬≠te¬≠me nut¬≠zen die Brems¬≠ener¬≠gie, die bei jedem Brems¬≠vor¬≠gang ent¬≠steht, f√ľr die Ener¬≠gie die zum Anfah¬≠ren ande¬≠rer Z√ľge in der Umge¬≠bung ben√∂¬≠tigt wird. Hier erfor¬≠schen wir, wie im Rah¬≠men eines sehr dich¬≠ten U‚ÄĎBahn-Inter¬≠valls mit¬≠tels ent¬≠spre¬≠chen¬≠der Tech¬≠no¬≠lo¬≠gie die Brems¬≠ener¬≠gie durch Reku¬≠pera¬≠ti¬≠on noch bes¬≠ser genutzt wer¬≠den kann.

Was wäre ein smar­tes Bei­spiel außer­halb des Energiebereichs?

Ein Bei¬≠spiel ist das For¬≠schungs¬≠pro¬≠jekt im Bereich des ‚Äč‚Äúambi¬≠ant assisted living‚ÄĚ, also alters¬≠ge¬≠rech¬≠te Assis¬≠tenz¬≠sys¬≠te¬≠me, bei denen es dar¬≠um geht, wie man es √§lte¬≠ren Men¬≠schen lan¬≠ge erm√∂g¬≠li¬≠chen kann in ihrer Woh¬≠nung zu leben. Sen¬≠so¬≠ren k√∂nn¬≠ten zum Bei¬≠spiel √ľber¬≠wa¬≠chen, ob eine Herd¬≠plat¬≠te zu lan¬≠ge ein¬≠ge¬≠schal¬≠tet ist oder eine Haus¬≠t√ľr unge¬≠w√∂hn¬≠lich lan¬≠ge offen steht oder eine Per¬≠son gest√ľrzt ist. Das gibt es zahl¬≠rei¬≠che Anwen¬≠dun¬≠gen, die im Sin¬≠ne unse¬≠res Ziel¬≠ka¬≠nons die Span¬≠ne ver¬≠l√§n¬≠gern kann, wo eine Per¬≠son selbst¬≠be¬≠stimmt in der ver¬≠trau¬≠ten Umge¬≠bung leben kann und noch nicht in eine Pfle¬≠ge¬≠ein¬≠rich¬≠tung muss. Das ist dann auch f√ľr die Stadt sinn¬≠voll, weil es g√ľns¬≠ti¬≠ger ist. Oft muss es aber gar nicht so kom¬≠pli¬≠ziert sein. Wir sind zum Bei¬≠spiel sehr erfolg¬≠reich mit der App ‚Äč‚ÄúSag‚Äôs Wien‚ÄĚ. Das ist eine sehr ein¬≠fa¬≠che Anwen¬≠dung, mit der die Bev√∂l¬≠ke¬≠rung, wenn sie ein Pro¬≠blem in der Stadt wahr¬≠nimmt, wie zum Bei¬≠spiel ein Schlag¬≠loch oder ein K√ľhl¬≠schrank, der in einem Gew√§s¬≠ser liegt, ein Foto sen¬≠den kann. Durch den GPS-Code wis¬≠sen die Zust√§n¬≠di¬≠gen, wo das ist und k√∂n¬≠nen das Pro¬≠blem beheben.

‚ÄúIch muss wis¬≠sen, was ich will‚ÄĚ

Auch in Kom¬≠mu¬≠nen und St√§d¬≠ten ist die Spann¬≠wei¬≠te sehr gro√ü, was digi¬≠ta¬≠le Kom¬≠pe¬≠tenz angeht. Wie l√§sst sich ver¬≠hin¬≠dern, dass die Idee der ‚Äč‚ÄúSmart City‚ÄĚ von IT-Gro√ü¬≠kon¬≠zer¬≠nen gepr√§gt und domi¬≠niert wird, die durch fin¬≠di¬≠ge Mar¬≠ke¬≠ting¬≠stra¬≠te¬≠gi¬≠en und Ver¬≠k√§u¬≠fer st√§d¬≠ti¬≠sches Per¬≠so¬≠nal beeinflussen?

Ich w√ľr¬≠de sagen, dass wir hier in Wien mit IT- und Tech¬≠no¬≠lo¬≠gie¬≠kon¬≠zer¬≠ne eine Kom¬≠mu¬≠ni¬≠ka¬≠ti¬≠on auf Augen¬≠h√∂¬≠he pfle¬≠gen. Ich will es mal bei¬≠spiel¬≠haft for¬≠mu¬≠lie¬≠ren: Mein Ein¬≠kaufs¬≠er¬≠geb¬≠nis wird fun¬≠da¬≠men¬≠tal anders aus¬≠se¬≠hen, wenn ich Frei¬≠tag¬≠abend in den Super¬≠markt gehe, ori¬≠en¬≠tie¬≠rungs¬≠los durch¬≠schlen¬≠de¬≠re und alles in den Ein¬≠kauf¬≠wa¬≠gen lege, weil es so aus¬≠sieht als wenn es schme¬≠cken w√ľr¬≠de. Oder ob ich mir vor¬≠her den Kopf dar¬≠√ľber zer¬≠bro¬≠chen habe, ob ich die¬≠ses Wochen¬≠en¬≠de allei¬≠ne zuhau¬≠se bin oder mei¬≠ne 27-k√∂p¬≠fi¬≠ge Ver¬≠wandt¬≠schaft beko¬≠chen will. Wor¬≠auf ich hin¬≠aus will: Ich muss wis¬≠sen, was ich will. Nur dann bin ich in der Lage das Ange¬≠bot zu fil¬≠tern und mit h√∂he¬≠rer Wahr¬≠schein¬≠lich¬≠keit das ein¬≠zu¬≠kau¬≠fen, was ich wirk¬≠lich brau¬≠che. Ich will das nicht bana¬≠li¬≠sie¬≠ren. Kom¬≠mu¬≠nen haben eine ganz rele¬≠van¬≠te Ver¬≠ant¬≠wor¬≠tung mit Steu¬≠er¬≠mit¬≠teln spar¬≠sam und effi¬≠zi¬≠ent umzu¬≠ge¬≠hen und das bedeu¬≠tet zu aller¬≠erst, dass wir die Bestel¬≠ler¬≠kom¬≠pe¬≠tenz bei uns hal¬≠ten bezie¬≠hungs¬≠wei¬≠se aus¬≠bau¬≠en m√ľs¬≠sen. F√ľr mich ist es immer ein Alarm¬≠si¬≠gnal, wenn jemand bei mir zur T√ľr her¬≠ein¬≠kommt und mir erkl√§rt, was mein Bed√ľrf¬≠nis ist. Wenn ich nicht wei√ü, was mein Bed√ľrf¬≠nis ist, habe ich ein ech¬≠tes Problem. 

Jede IT-Schnitt¬≠stel¬≠le ist immer auch ein Ein¬≠fall¬≠tor f√ľr Hacker. Wird Cyber¬≠se¬≠cu¬≠ri¬≠ty aus Ihrer Sicht aus¬≠rei¬≠chend ernst genommen?

Das ist ein sehr rele¬≠van¬≠tes The¬≠ma und auch wie¬≠der ein Grund, war¬≠um wir uns immer die Fra¬≠ge stel¬≠len m√ľs¬≠sen, wel¬≠che und vor allem wie viel IT ich wirk¬≠lich brau¬≠che? Man muss ein¬≠fach wis¬≠sen, dass Sys¬≠te¬≠me dadurch fra¬≠gi¬≠ler und angreif¬≠ba¬≠rer wer¬≠den und in den n√§chs¬≠ten Jahr¬≠zehn¬≠ten wer¬≠den wir alle mit¬≠ein¬≠an¬≠der sehr stark her¬≠aus¬≠ge¬≠for¬≠dert sein, die Sicher¬≠heit der IT-Sys¬≠te¬≠me zu gew√§hr¬≠leis¬≠ten. Vie¬≠le St√§d¬≠te muss¬≠ten in den letz¬≠ten Jah¬≠ren enor¬≠me Ein¬≠spar¬≠ma√ü¬≠nah¬≠men hin¬≠neh¬≠men. Ich sage das jetzt etwas flap¬≠sig: Wenn Deutsch¬≠land sich als eines der reichs¬≠ten L√§n¬≠der der Welt mit gesamt¬≠staat¬≠li¬≠chen Bud¬≠get¬≠√ľber¬≠sch√ľs¬≠se in vie¬≠len Gemein¬≠den kei¬≠ne Schwimm¬≠b√§¬≠der mehr leis¬≠ten kann, fra¬≠ge ich mich schon wie es in die¬≠sen Gemein¬≠den um die IT-Sicher¬≠heit bestellt ist. 

Netzaktivist*innen wer¬≠den nicht m√ľde, dar¬≠auf hin¬≠zu¬≠wei¬≠sen, dass es wich¬≠tig w√§re, bei der Soft¬≠ware Open Source-L√∂sun¬≠gen zu nut¬≠zen. Wie ist ihre Erfahrung?

Ja, das ist eine Kern­the­ma­tik. Ob ein pro­prie­tä­res Sys­tem ver­wen­det wird, also eines bei dem die
Soft- und Hard­ware auf her­stel­ler­spe­zi­fi­schen, nicht ver­öf­fent­lich­ten Stan­dards basiert oder freie
Soft¬≠ware macht einen rie¬≠sen Unter¬≠schied. Wien hat zum Bei¬≠spiel schon bit¬≠te¬≠re Erfah¬≠run¬≠gen gemacht im Bereich der Ver¬≠kehrs¬≠licht¬≠si¬≠gna¬≠le und deren Steue¬≠rung‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČzu einem Zeit¬≠punkt zu dem der Begriff ‚Äč‚ÄúSmart City‚ÄĚ noch gar nicht erfun¬≠den war. Wir muss¬≠ten m√ľh¬≠sam das gan¬≠ze Sys¬≠tem wie¬≠der umbau¬≠en und haben jetzt offe¬≠ne Schnitt¬≠stel¬≠len und sind damit nicht mehr einem Anbie¬≠ter aus¬≠ge¬≠lie¬≠fert. Auch da ben√∂¬≠tigt es Bestel¬≠ler¬≠kom¬≠pe¬≠tenz und die F√§hig¬≠keit mei¬≠ne Anspr√ľ¬≠che ad√§quat zu formulieren. 

In der Wie¬≠ner Smart-City-Rah¬≠menstra¬≠te¬≠gie wird betont, dass nicht nur die stra¬≠te¬≠gi¬≠sche Pla¬≠nung son¬≠dern auch die Eva¬≠lu¬≠ie¬≠rung von Pro¬≠jek¬≠ten sehr wich¬≠tig ist. Gibt es denn Bei¬≠spie¬≠le, wo Sie fest¬≠ge¬≠stellt haben: Das haben wir uns sch√∂n vor¬≠ge¬≠stellt aber hat doch nichts gebracht? 

Das pas¬≠siert per¬≠ma¬≠nent. Wir haben etwa fest¬≠ge¬≠stellt, dass unse¬≠re Zie¬≠le zur Umset¬≠zung der E‚ÄĎMobilit√§t erheb¬≠lich zu opti¬≠mis¬≠tisch waren. Da sehen wir den Feh¬≠ler zwar weni¬≠ger bei uns, son¬≠dern bei gesamt¬≠eu¬≠ro¬≠p√§¬≠isch feh¬≠len¬≠der Len¬≠kungs¬≠wir¬≠kung bis hin zu, banal gesagt, zu wenig geeig¬≠ne¬≠ten Auto¬≠ty¬≠pen, was es f√ľr den Ein¬≠zel¬≠nen unat¬≠trak¬≠tiv macht, umzu¬≠stei¬≠gen. Das sind alles Din¬≠ge, die wir ber√ľck¬≠sich¬≠ti¬≠gen m√ľs¬≠sen. Nur durch regel¬≠m√§¬≠√üi¬≠ge √úber¬≠pr√ľ¬≠fung wis¬≠sen wir, ob wir noch auf dem rich¬≠ti¬≠gen Weg sind.