Außenansicht der JVA Moabit
JVA Moabit | Foto: G. Elser CC BY 3.0

Können wir uns eine Welt ohne Gefängnisse vorstellen? Was wie ein Randthema wirkt, wirft ganz grundsätzliche Fragen des Miteinanders aufwirft, sagt Journalist und was wäre wenn-Redakteur Georg Diez. Und so beginnt das Nachdenken über Sinn und Unsinn des Strafvollzugs schon mit der Frage, welches Verhalten überhaupt als kriminell von einer Gesellschaft definiert wird – und welches nicht.

Noch heute können in vielen Ländern beispielsweise Homosexuelle ihrer Freiheit – oder sogar ihres Lebens – beraubt werden. „Kriminell“ ist also keine feste Kategorie und oft Ausdruck gesellschaftlicher Verhältnisse. Dies wird auch deutlich wenn man in die USA schaut, wo es beispielsweise ein anderes Strafmaß für für die „weiße Droge“ Kokain gibt, als für die „schwarze Droge“ Crack.

Kriminell wird oft mit böse gleichgesetzt

Doch diese relative Subjektivität von Verbrechen wird selten diskutiert. Häufiger hört man Gleichsetzungen von kriminell mit „böse“. Doch wie schwer es ist, diese Zuschreibung aufrecht zu erhalten, wenn man den Menschen hinter der Tat kennenlernt, weiß der ehemalige Gefängnisdirektor Thomas Galli eigener Erfahrung. Dazu kommt: Es sind vor allem die Kleinkriminellen, die in den Gefängnissen sitzen. Nur jede zehnte Straftat in Deutschland richtet sich gegen die körperliche Unversehrtheit. Mörder und Vergewaltiger sind also die Seltenheit.

Georg Diez und detektor.fm-Moderatorin Sara Steinert nehmen sich in der ersten Folge von „was wäre wenn“ gleich eine ganze Reihe von Fragen vor: Warum bringen Gefängnisse in ihrer jetzigen Form so häufig nicht den gewünschten Effekt? Weshalb ist es so schwierig ist, Alternativen zu denken? Und wie könnten diese aussehen, damit alle in der Gesellschaft profitieren können.