Was wäre, wenn ganz Europa zuhörte?

Euro¬≠pa fehlt was!

Auf etli¬≠chen Ebe¬≠nen leben wir schon euro¬≠p√§¬≠isch. Die media¬≠le √Ėffent¬≠lich¬≠keit endet aller¬≠dings noch zu oft an Staa¬≠ten¬≠gren¬≠zen. Daher braucht es eine Initia¬≠ti¬≠ve Euro¬≠p√§i¬≠sche √Ėffentlichkeit.

Eine Gemälde, das eine belebte Cafehausszene zeigt.
Kaffeeh√§user gelten als Geburtsst√§dten der b√ľrgerlichen √Ėffentlichkeit. Hier das Lloyds Coffee House in London in der Darstellung von William Holland.

Wir leben in beweg¬≠ten Zei¬≠ten und Euro¬≠pa hat die Kri¬≠se. Ist Euro¬≠pas Kri¬≠se zyklisch oder struk¬≠tu¬≠rell? Im bes¬≠ten Fal¬≠le ist es eine Art Mid¬≠life Cri¬≠sis, die wir irgend¬≠wann durch gute The¬≠ra¬≠pie und neu¬≠ge¬≠won¬≠ne¬≠ne Alters¬≠weis¬≠heit √ľber¬≠win¬≠den wer¬≠den. Im schlech¬≠tes¬≠ten Fall zer¬≠bricht Euro¬≠pa an die¬≠ser Kri¬≠se weil sich die alten natio¬≠na¬≠lis¬≠ti¬≠schen D√§mo¬≠nen als st√§r¬≠ker erwei¬≠sen als unser rela¬≠tiv neu¬≠es euro¬≠p√§i¬≠sches Gemein¬≠schafts¬≠werk. Es steht aller¬≠hand auf dem Spiel, Aus¬≠gang offen.

Dabei hat Euro¬≠pa doch fast alles, was ein moder¬≠nes supra¬≠na¬≠tio¬≠na¬≠les Gebil¬≠de so haben kann: einen Markt, eine W√§h¬≠rung, eine Haupt¬≠stadt, eine Zen¬≠tral¬≠bank, ein Par¬≠la¬≠ment, eine Art Regie¬≠rung. Aber einen Geist, ein Gemein¬≠schafts¬≠ge¬≠f√ľhl, eine gemein¬≠sa¬≠me Iden¬≠ti¬≠t√§t hat es kaum. Denn dazu braucht es mehr als Koh¬≠le, Stahl, Markt, Euro und Roa¬≠ming. Dazu braucht es das tag¬≠t√§g¬≠li¬≠che mit¬≠ein¬≠an¬≠der Leben, das Strei¬≠ten, das Aus¬≠han¬≠deln von Kon¬≠flik¬≠ten, das Ver¬≠tra¬≠gen, das Spie¬≠len, das Fei¬≠ern, das Mit¬≠ein¬≠an¬≠der eben. Und nicht nur von ein paar poli¬≠ti¬≠schen, wirt¬≠schaft¬≠li¬≠chen und kul¬≠tu¬≠rel¬≠len Eli¬≠ten, son¬≠dern von der gro¬≠√üen Mas¬≠se, von uns allen.

Natio­na­le und media­le Filterblasen

Nat√ľr¬≠lich gibt es auch schon aller¬≠hand t√§g¬≠li¬≠ches Mit¬≠ein¬≠an¬≠der in Euro¬≠pa: Wir easy¬≠jet¬≠ten hin und her, der Tou¬≠ris¬≠mus boomt sich fast zur Pla¬≠ge, Busi¬≠ness l√§uft wun¬≠der¬≠bar ohne Gren¬≠zen, es gibt die Cham¬≠pi¬≠ons League, Euro¬≠vi¬≠si¬≠on und bald sind wie¬≠der Euro¬≠pa¬≠wah¬≠len. Ja, genau, auch die¬≠se sind ein Teil vom euro¬≠p√§i¬≠schen Mit¬≠ein¬≠an¬≠der, ein wich¬≠ti¬≠ger sogar, gera¬≠de wenn‚Äės kracht.

Aber was uns fehlt ist eine euro¬≠p√§i¬≠sche √Ėffentlichkeit.

Wie¬≠so √Ėffent¬≠lich¬≠keit? Haben wir nicht schon genug an der Backe und ist dies nicht auch schon wie¬≠der so ein so typisch abs¬≠trak¬≠tes euro¬≠p√§i¬≠sches Schlag¬≠wort? Ja, und nein. Ja, wir haben viel an der Backe und ja, wir haben kei¬≠ne Zeit f√ľr luf¬≠ti¬≠ge Schein¬≠de¬≠bat¬≠ten, die von rea¬≠len Pro¬≠ble¬≠men ablen¬≠ken. Und trotz¬≠dem Nein, denn wir kom¬≠men mit den rea¬≠len euro¬≠p√§i¬≠schen L√∂sun¬≠gen oft gera¬≠de des¬≠halb nicht vor¬≠an, weil wir immer noch kei¬≠nen funk¬≠tio¬≠nie¬≠ren¬≠den Mecha¬≠nis¬≠mus haben, Pro¬≠ble¬≠me euro¬≠p√§¬≠isch aus¬≠zu¬≠han¬≠deln. Jeden¬≠falls nicht in der euro¬≠p√§i¬≠schen Mas¬≠se, son¬≠dern nur unter Eli¬≠ten. Und das reicht nicht mehr.

Das natio¬≠na¬≠le Sein bestimmt zum gr√∂√ü¬≠ten Teil auch unser Bewusst¬≠sein. Wir sind immer noch gefan¬≠gen in natio¬≠na¬≠len Fil¬≠ter¬≠bla¬≠sen, in denen wir euro¬≠p√§i¬≠sche The¬≠men wie Zuwan¬≠de¬≠rung, Euro, Daten¬≠si¬≠cher¬≠heit, Ener¬≠gie, Kli¬≠ma¬≠wan¬≠del, Arbeits¬≠lo¬≠sig¬≠keit und Steu¬≠er¬≠hin¬≠ter¬≠zie¬≠hung aus natio¬≠na¬≠ler Sicht, mit natio¬≠na¬≠len Akteu¬≠ren und aus natio¬≠na¬≠len Inter¬≠es¬≠sen rezi¬≠pie¬≠ren und auf¬≠ar¬≠bei¬≠ten. Wie h√§t¬≠te die L√∂sung der Euro¬≠kri¬≠se aus¬≠ge¬≠se¬≠hen, wenn wir die¬≠se wirk¬≠lich euro¬≠p√§¬≠isch aus¬≠ge¬≠han¬≠delt h√§t¬≠ten? W√§re es trotz¬≠dem eine Sch√§ub¬≠le-L√∂sung gewor¬≠den? H√§t¬≠ten die Deut¬≠schen erst dann eine euro¬≠p√§i¬≠sche Fl√ľcht¬≠lings¬≠po¬≠li¬≠tik gefor¬≠dert, wenn das The¬≠ma schon Jah¬≠re vor¬≠her euro¬≠p√§¬≠isch ange¬≠gan¬≠gen w√§re, n√§m¬≠lich dann, als Grie¬≠chen¬≠land und Ita¬≠li¬≠en mas¬≠siv von Boots¬≠fl√ľcht¬≠lin¬≠gen √ľber¬≠for¬≠dert war und die EU statt¬≠des¬≠sen √∂ffent¬≠li¬≠che Spar¬≠pro¬≠gram¬≠me in die¬≠sen L√§n¬≠dern dik¬≠tier¬≠te? K√∂nn¬≠te sich Vic¬≠tor Orb√°n mit sei¬≠nen wahn¬≠wit¬≠zi¬≠gen Ver¬≠schw√∂¬≠rungs¬≠theo¬≠ri¬≠en behaup¬≠ten, wenn die unga¬≠ri¬≠schen B√ľr¬≠ger Teil einer ech¬≠ten euro¬≠p√§i¬≠schen Debat¬≠te, einer euro¬≠p√§i¬≠schen √Ėffent¬≠lich¬≠keit w√§ren? 

Andr√© Wil¬≠kens ist Mit¬≠be¬≠gr√ľn¬≠der und Vor¬≠stands¬≠mit¬≠glied der Initia¬≠ti¬≠ve Offe¬≠ne Gesell¬≠schaft. Er hat vie¬≠le Jah¬≠re in Br√ľs¬≠sel, Lon¬≠don, Turin, Genf und Ber¬≠lin in ver¬≠schie¬≠de¬≠nen Posi¬≠tio¬≠nen f√ľr die EU, die UNO und meh¬≠re¬≠re Stif¬≠tun¬≠gen gear¬≠bei¬≠tet. Aktu¬≠ell ist er Gesch√§fts¬≠f√ľh¬≠rer der European Cul¬≠tu¬≠ral Foun¬≠da¬≠ti¬≠on.

Struk¬≠tur¬≠pro¬≠ble¬≠me der √Ėffentlichkeit

Die Digi¬≠ta¬≠li¬≠sie¬≠rung poten¬≠ziert die¬≠se Her¬≠aus¬≠for¬≠de¬≠rung noch. Das Inter¬≠net k√∂nn¬≠te ein idea¬≠ler Hort eines glo¬≠ba¬≠len auf¬≠kl√§¬≠re¬≠ri¬≠schen Bewusst¬≠seins sein‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČeigent¬≠lich. Doch es droht zur anti¬≠auf¬≠kl√§¬≠re¬≠ri¬≠schen Echo¬≠kam¬≠mer zu ver¬≠kom¬≠men. Die digi¬≠ta¬≠le Fil¬≠ter¬≠bla¬≠se ver¬≠engt den Hori¬≠zont auf das eige¬≠ne Soci¬≠al-Media-Umfeld. Wer das Spiel mit den Fil¬≠ter¬≠bla¬≠sen am bes¬≠ten beherrscht gewinnt Auf¬≠merk¬≠sam¬≠keit, Markt¬≠an¬≠tei¬≠le und Wahlen. 

Eine funk¬≠tio¬≠nie¬≠ren¬≠de √Ėffent¬≠lich¬≠keit spielt in der Klick-√Ėko¬≠no¬≠mie kei¬≠ne gro¬≠√üe Rol¬≠le. Zugleich ero¬≠diert die mate¬≠ri¬≠el¬≠le Basis des Qua¬≠li¬≠t√§ts¬≠jour¬≠na¬≠lis¬≠mus. Hier tun sich L√ľcken auf, die f√ľr Euro¬≠pa sys¬≠te¬≠misch rele¬≠vant und demo¬≠kra¬≠tie¬≠ge¬≠f√§hr¬≠dend sind.

Hin¬≠zu kommt, dass in eini¬≠gen EU-L√§n¬≠dern auch die natio¬≠na¬≠le √Ėffent¬≠lich¬≠keit poli¬≠tisch unter Druck ist: Wenn die plu¬≠ra¬≠lis¬≠ti¬≠sche Medi¬≠en¬≠un¬≠ab¬≠h√§n¬≠gig¬≠keit in L√§n¬≠dern wie Polen und Ungarn ver¬≠schwin¬≠det, hat das auch unmit¬≠tel¬≠ba¬≠re R√ľck¬≠wir¬≠kung dar¬≠auf, wie Euro¬≠pa funktioniert.

Kein Wun¬≠der also, dass wir kein gemein¬≠sa¬≠mes Bewusst¬≠sein von Pro¬≠ble¬≠men, Kri¬≠sen und auch Chan¬≠cen ent¬≠wi¬≠ckeln, geschwei¬≠ge denn ech¬≠te euro¬≠p√§i¬≠sche L√∂sun¬≠gen. Auf die Dau¬≠er kann unse¬≠re euro¬≠p√§i¬≠sche Gemein¬≠schaft, unse¬≠re euro¬≠p√§i¬≠sche Demo¬≠kra¬≠tie nur flo¬≠rie¬≠ren, wenn sie von einer euro¬≠p√§i¬≠schen √Ėffent¬≠lich¬≠keit beglei¬≠tet und kon¬≠trol¬≠liert wird, anstatt von frag¬≠men¬≠tier¬≠ten natio¬≠na¬≠len √Ėffentlichkeiten.

Von der Land­wirt­schaft lernen?

Was tun?

Euro¬≠pa soll¬≠te mas¬≠siv in eine euro¬≠p√§i¬≠sche √Ėffent¬≠lich¬≠keit inves¬≠tie¬≠ren, die den Rah¬≠men bie¬≠tet f√ľr ech¬≠tes euro¬≠p√§i¬≠sches Mit¬≠ein¬≠an¬≠der, f√ľr Aus¬≠tausch, f√ľr ech¬≠te euro¬≠p√§i¬≠sche Kom¬≠mu¬≠ni¬≠ka¬≠ti¬≠on, f√ľr alle. Die¬≠se Auf¬≠ga¬≠be kann man nicht ein¬≠fach der unsicht¬≠ba¬≠ren Hand des Mark¬≠tes √ľber¬≠las¬≠sen oder gleich ganz an Face¬≠book, Star¬≠bucks und Ali¬≠ba¬≠ba abtre¬≠ten. Hier geht es um Iden¬≠ti¬≠t√§t, Demo¬≠kra¬≠tie, um die Zukunft des euro¬≠p√§i¬≠schen Modells. Das soll¬≠te uns doch min¬≠des¬≠tens genau¬≠so wich¬≠tig sein wie die euro¬≠p√§i¬≠sche Land¬≠wirt¬≠schaft, in die wir jedes Jahr immer¬≠hin rund 65 Mil¬≠li¬≠ar¬≠den Euro stecken.

Neben einer ordent¬≠li¬≠chen Finan¬≠zie¬≠rung im oben ange¬≠deu¬≠te¬≠ten Rah¬≠men braucht es einem ver¬≠n√ľnf¬≠ti¬≠gen Mix aus Gover¬≠nan¬≠ce, For¬≠ma¬≠ten, Ver¬≠brei¬≠tung, Inno¬≠va¬≠ti¬≠on, Spra¬≠che und Regu¬≠lie¬≠rung. Was so ein¬≠fach hin¬≠ge¬≠schrie¬≠ben ist, wird in der Umset¬≠zung die Qua¬≠dra¬≠tur des Krei¬≠ses sein, oder opti¬≠mis¬≠ti¬≠scher gesagt: eine extrem span¬≠nen¬≠de Aufgabe.

In einer Zeit, in der sowohl pri¬≠va¬≠te als auch √∂ffent¬≠lich-recht¬≠li¬≠che Medi¬≠en mit den Her¬≠aus¬≠for¬≠de¬≠run¬≠gen der digi¬≠ta¬≠len Trans¬≠for¬≠ma¬≠ti¬≠on zu k√§mp¬≠fen haben, w√§re eine Sub¬≠ven¬≠tio¬≠nie¬≠rung von euro¬≠p√§i¬≠schen Medi¬≠en sinn¬≠voll, nicht ganz un√§hn¬≠lich wie wir es bis¬≠her bei der euro¬≠p√§i¬≠schen Land¬≠wirt¬≠schaft tun. Die¬≠se Finan¬≠zie¬≠rung kann zu wesent¬≠li¬≠chen Tei¬≠len aus Geb√ľh¬≠ren auf die gro¬≠√üen digi¬≠ta¬≠len Platt¬≠for¬≠men wie Face¬≠book, Goog¬≠le und Twit¬≠ter stam¬≠men, die von der sys¬≠te¬≠ma¬≠ti¬≠schen Daten¬≠ab¬≠sch√∂p¬≠fung in Euro¬≠pa enorm pro¬≠fi¬≠tie¬≠ren, ohne sich an den Kos¬≠ten f√ľr die inhalt¬≠li¬≠chen und poli¬≠ti¬≠schen Vor¬≠aus¬≠set¬≠zun¬≠gen f√ľr einen nach¬≠hal¬≠ti¬≠gen Erfolg des digi¬≠ta¬≠len √∂ffent¬≠li¬≠chen Rau¬≠mes ange¬≠mes¬≠sen zu betei¬≠li¬≠gen. Euro¬≠p√§i¬≠sche Daten¬≠si¬≠cher¬≠heit sowie eine √ľber¬≠schau¬≠ba¬≠re oder am bes¬≠ten gar kei¬≠ne Wer¬≠be¬≠be¬≠las¬≠tung k√∂n¬≠nen dabei erleb¬≠bar Wett¬≠be¬≠werbs¬≠vor¬≠tei¬≠le sein.

Mul­ti­lin­gu­al medial

Solch eine Initia¬≠ti¬≠ve f√ľr Euro¬≠p√§i¬≠sche √Ėffent¬≠lich¬≠keit muss Mei¬≠nungs¬≠un¬≠ab¬≠h√§n¬≠gig¬≠keit gew√§hr¬≠leis¬≠ten und dabei euro¬≠p√§i¬≠sche Viel¬≠falt repr√§¬≠sen¬≠tie¬≠ren, ohne aber zu b√ľro¬≠kra¬≠ti¬≠schem Still¬≠stand zu f√ľh¬≠ren. Dies darf kei¬≠nes¬≠falls ein Pro¬≠pa¬≠gan¬≠da¬≠in¬≠stru¬≠ment der Euro¬≠p√§i¬≠schen Uni¬≠on wer¬≠den, und dies muss in der Gover¬≠nan¬≠ce unzwei¬≠deu¬≠tig und glaub¬≠w√ľr¬≠dig zum Aus¬≠druck kom¬≠men. Auch hier kann man para¬≠do¬≠xer¬≠wei¬≠se von der EU-Agrar¬≠sub¬≠ven¬≠ti¬≠on ler¬≠nen, denn trotz der Aber¬≠mil¬≠li¬≠ar¬≠den Unter¬≠st√ľt¬≠zung sind die EU Land¬≠wir¬≠te wer wei√ü kei¬≠ne EU-Pro¬≠pa¬≠gan¬≠da¬≠ma¬≠schi¬≠ne gewor¬≠den, ganz im Gegenteil.

Die Initia¬≠ti¬≠ve Euro¬≠p√§i¬≠sche √Ėffent¬≠lich¬≠keit soll¬≠te alle m√∂g¬≠li¬≠che For¬≠men f√∂r¬≠dern, die Euro¬≠p√§i¬≠sche √Ėffent¬≠lich¬≠keit schaf¬≠fen, digi¬≠tal und ana¬≠log und deren inno¬≠va¬≠ti¬≠ve Kom¬≠bi¬≠na¬≠ti¬≠on. Dies schlie√üt euro¬≠p√§i¬≠sche Medi¬≠en ein, oder ganz neue Medi¬≠en¬≠platt¬≠for¬≠men wie ein euro¬≠p√§i¬≠sches Face¬≠book/Net¬≠flix/You¬≠tube (aber nat√ľr¬≠lich bes¬≠ser), aber auch Fes¬≠ti¬≠vals, euro¬≠p√§i¬≠sche Events wie Euro¬≠vi¬≠si¬≠on, Preis¬≠ver¬≠lei¬≠hun¬≠gen sowie Biblio¬≠the¬≠ken¬≠netz¬≠wer¬≠ke und aller¬≠lei ande¬≠res, was wir uns bis¬≠her noch gar nicht vor¬≠stel¬≠len k√∂nnen.

Als Tot¬≠schlag¬≠ar¬≠gu¬≠ment kommt dann noch das Spra¬≠chen¬≠pro¬≠blem. Die EU hat 24 Amts¬≠spra¬≠chen und noch eine Rei¬≠he halb¬≠amt¬≠li¬≠cher Spra¬≠chen. Das macht es in der Tat schwie¬≠ri¬≠ger eine √Ėffent¬≠lich¬≠keit her¬≠zu¬≠stel¬≠len als in Gemein¬≠we¬≠sen mit nur einer Amts¬≠spra¬≠che. Euro¬≠pa muss sich die¬≠ser Her¬≠aus¬≠for¬≠de¬≠rung pro¬≠ak¬≠tiv stel¬≠len und dabei von den dyna¬≠mi¬≠schen Ent¬≠wick¬≠lun¬≠gen digi¬≠ta¬≠ler √úber¬≠set¬≠zungs¬≠tech¬≠no¬≠lo¬≠gi¬≠en pro¬≠fi¬≠tie¬≠ren. Eine bewuss¬≠te Inves¬≠ti¬≠ti¬≠on in ein mul¬≠ti¬≠lin¬≠gua¬≠les Medi¬≠um wird Spill¬≠over-Effek¬≠te in ande¬≠re Wirt¬≠schafts¬≠be¬≠rei¬≠che schaf¬≠fen und ist inso¬≠fern auch ein nicht zu unter¬≠sch√§t¬≠zen¬≠des Ele¬≠ment euro¬≠p√§i¬≠scher Innovationspolitik.

Regu­lier­te Plattformen

Die Chan¬≠cen f√ľr eine euro¬≠p√§i¬≠sche √Ėffent¬≠lich¬≠keit wer¬≠den ent¬≠schei¬≠dend ver¬≠bes¬≠sert, wenn Euro¬≠pa nicht nur sub¬≠ven¬≠tio¬≠niert son¬≠dern par¬≠al¬≠lel auch regu¬≠liert. Dabei kann man an euro¬≠p√§i¬≠sche Regu¬≠lie¬≠rung von digi¬≠ta¬≠len Platt¬≠form¬≠an¬≠bie¬≠tern den¬≠ken. Platt¬≠for¬≠men im Sin¬≠ne des Medi¬≠en¬≠ge¬≠set¬≠zes sind Unter¬≠neh¬≠men, die meh¬≠re¬≠re Pro¬≠gram¬≠me geb√ľn¬≠delt ver¬≠mark¬≠ten, wie das etwa der Bezahl¬≠sen¬≠der Sky tut, oder der Anbie¬≠ter zat¬≠too es f√ľr das digi¬≠ta¬≠le Strea¬≠ming von Fern¬≠seh¬≠sen¬≠dern √ľber¬≠nimmt. Oder eben You¬≠tube oder Net¬≠flix. Die¬≠se soll¬≠ten einen bestimm¬≠ten Pro¬≠zent¬≠satz ihrer Medi¬≠en¬≠pl√§t¬≠ze, sagen wir vier¬≠zig Pro¬≠zent, f√ľr euro¬≠p√§i¬≠sche Inhal¬≠te reser¬≠vie¬≠ren (‚ÄúMust-Car¬≠ry‚ÄĚ), sowie eine all¬≠ge¬≠mei¬≠ne Geb√ľhr von f√ľnf Pro¬≠zent auf die euro¬≠p√§i¬≠schen Ums√§t¬≠ze der gro¬≠√üen Inter¬≠net¬≠platt¬≠for¬≠men. Die¬≠se Geb√ľhr wird Teil der Finan¬≠zie¬≠rung der Initia¬≠ti¬≠ve Euro¬≠p√§i¬≠sche √Ėffent¬≠lich¬≠keit und betei¬≠ligt die digi¬≠ta¬≠len Platt¬≠for¬≠men, die schon jetzt von einem gren¬≠zen¬≠lo¬≠sen Euro¬≠pa pro¬≠fi¬≠tie¬≠ren, an der Schaf¬≠fung einer euro¬≠p√§i¬≠schen √Ėffentlichkeit.

Ein funk¬≠tio¬≠nie¬≠ren¬≠de euro¬≠p√§i¬≠sche √Ėffent¬≠lich¬≠keit zu schaf¬≠fen, ist eine Mam¬≠mut¬≠auf¬≠ga¬≠be. Aber es geht ja auch um viel. Es geht um Iden¬≠ti¬≠t√§t, um Demo¬≠kra¬≠tie, um Frei¬≠heit, es geht um die Zukunft des euro¬≠p√§i¬≠schen Modells. Wie eine Demo¬≠kra¬≠tie aus post-fak¬≠tisch gef√ľll¬≠ten Fil¬≠ter¬≠bla¬≠sen her¬≠aus aus¬≠sieht, haben wir in den letz¬≠ten drei Jah¬≠ren mehr¬≠fach erlebt. Nicht nur, aber auch des¬≠halb brau¬≠chen wir drin¬≠gend eine Initia¬≠ti¬≠ve f√ľr eine euro¬≠p√§i¬≠sche √Ėffent¬≠lich¬≠keit, die euro¬≠p√§¬≠isch klotzt statt kleckert.