Eine Antwältin in Robe im Gerichtssaal in einem Gericht im Kongo.
Amani Kahatwa kämpft als Anwältin für die Verfolgung von Vergewaltigungen während der Konflikte im Kongo. Ohne Gerechtigkeit, gebe es keinen Frieden, sagt sie.

In Berlin haben ambitionierte Filmfachleute, Aktivisten und Aktivistinen zum zweiten Mal das internationale Human Rights Film Festival organisiert. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht dabei die Relevanz von Menschenrechten weltweit. In einer Zeit, in der von politischer Seite solche Rechte offen in Fragen gestellt werden und lange andauernde Konflikte auf allen Kontinenten fortdauern, ist diese Frage für die Macher wieder relevant geworden.

Kein Kollateralschaden

Gezeigt wurden Filme von allen Kontinenten. Einige haben wir uns in unserem Podcast näher angeschaut. Über den seit Jahrzehnten schwelenden Bürgerkrieg im Kongo hat Daniel McCabe eine beeindruckende Dokumentation gedreht und die Einzelschicksale mehrerer Menschen vorgestellt.

"Vom asiatischen Kontinent über Afrika, Europa bis Nord- und Lateinamerika haben wir alles dabei. Und wir haben sogar einen australischen Film. Das heißt, ich hab wirklich alle Kontinente abgedeckt." – Anna Ramskogler-Witt, Direktorin des Festivals über die Bandbreite der Filme

In den Filmen wird hervorgehoben, wie relevant Menschenrechtsverletzungen im Rest der Welt auch für das Publikum in Mitteleuropa sein können. Denn der Abbau von Rohstoffen wie Coltan oder Kobalt im Kongo sorgt nicht nur für funktionierende Smartphones bei uns, sondern auch für Bürgerkrieg und Gewalt gegen die zivile Bevölkerung vor Ort. Das zeigt der Film "This is Congo".

Ein anderer Beitrag thematisiert die sexuelle Gewalt, die zu solchen Konflikten immer dazugehört. Die Regisseurin Leslie Thomas hat für ihren Film "The Prosecutors" ebenfalls im Kongo, aber auch in Bosnien-Herzegowina und Kolumbien Staatsanwältinnen begleitet, die unter widrigsten Bedingungen für die Rechte von Vergewaltigungsopfern kämpfen. Vergewaltigungen und sexuelle Gewalt werden dabei viel zu oft als unvermeidlicher Kollateralschaden des Kriegs abgetan. Gegen diese Normalisierung wehren sich die Proganisten des Films:

"Viele Leute denken, dass die Täter dieser Verbrechen relativ einfach ungestraft davonkommen. Deshalb wollte ich in dem Film zeigen, dass dies nicht unbedingt der Fall sein muss." – Leslie Thomas, Regisseurin von "The Prosecutors"

Sara Steinert hat zudem mit Annika Butz von Akinda gesprochen. Das Netzwerk vermittelt Vormundschaften für minderjährige Flüchtlinge. Für den Film "Heart of Stone" hat Akinda mit den Dokumentarfilmemachern Claire Billet und Olivier Jobard zusammengearbeitet. Darin wird die Geschichte des 12-jährigen Ghorban erzählt, der vor den Krieg aus Afghanistan nach Frankreich fliegt. Dort lebt er zunächst auf der Straße und muss unter schwierigen Bedingungen zugleich Kriegstraumata bewältigen und seine Integration in dem neuen Land.

Die Beiträge des Human Rights Film Festivals und ihre Geschichten erinnern uns damit nicht nur an die tragischen und brutalen Konflikte, die dafür sorgen, dass Menschenrechte in weiten Teilen der Welt täglich gebrochen werden. Sondern auch daran, dass mutige und engagierte Menschen sich dagegen wehren, das hinzunehmen.